Fachklinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung
Orthopädie (AHB)
 

37242 Bad Sooden-Allendorf

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Schmerzbehandlung der Sudeck Krankheit

von Dr. Volker Stütz


Der Name Sudeck Krankheit ist auf die Erstbeschreibung im Jahr 1900 durch den Hamburger Chirurgen Paul Sudeck zurückzuführen.

Sudeck-Krankheit - Definition:

Bei der Sudeck Krankheit handelt es sich um eine schmerzhafte Ernährungsstörung (Dystrophie) und Atrophie (Schrumpfung) der Haut, Muskulatur und Knochen an den Armen oder Beinen mit einem entsprechenden stadienhaften Verlauf. 

Sudeck Krankheit - Ursachen:

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Sudeck Krankheit sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Sudeck Krankheit tritt meist nach einer Verletzung oder Operation an den Extremitäten auf.

In seltenen Fällen wird eine Sudeck Krankheit auch infolge eines Schlaganfalles, eines Herzinfarktes oder Nervenerkrankungen, manchmal auch ohne auslösende Ursache, beschrieben.

Es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems (nicht vom Willen beeinflussbares Nervensystem) handelt.

Auch wird eine lokale Entzündungsreaktion an den Nerven als Ursache diskutiert.

Psychische Symptome wie Ängstlichkeit, Depressivität und Labilität treten gehäuft im Zusammenhang mit dem Sudeck Krankheit auf, wobei diese Symptome nicht Ursache, sondern Folge der Erkrankung sind. 

Sudeck Krankheit - Symptome:

Von der Sudeck Krankheit ist meistens ein Gelenk, bevorzugt Hand oder Fuß, seltener Schulter, Hüfte oder Knie, betroffen.

Neben ausgeprägten Bewegungsschmerzen können brennende Ruheschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Mindergefühl der Haut, schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit, Koordinationsstörungen und/oder eine Bewegungseinschränkungen vorliegen.

Veränderungen an der Haut – wie Schwellung, Rötung, Überwärmung oder verminderter bzw. vermehrter Haarwuchs – sowie Gewebsschwund an Haut, Unterhaut, Muskeln und Nägeln sind fast immer als Spätfolge vorhanden. 

Prinzipiell lässt sich der Krankheitsverlauf bei der Sudeck Krankheit in 3 Stadien einteilen:

  • Stadium I – Stadium der akuten Entzündung

Dieses Stadium ist gekennzeichnet durch eine vermehrte Blutfülle mit Überwärmung, ödematöser Schwellung bei überwärmter und rötlich-livider, z. T. glänzender Haut.

 

  • Stadium II – Chronische Dystrophie (Ernährungsstörung)

Dieses Stadium ist durch eine Schwellungsrückbildung, eine blasse, sogenannte Glanzhaut bei allgemeiner Weichteilschrumpfung gekennzeichnet. In dieser Phase kommt es zur Abnahme der Ruheschmerzen, das betroffene Gelenk beginnt zu versteifen.
 

  • Stadium III – Irreversible Atrophie (endgültiger Schwund von Gewebe)

Dieses Stadium ist durch rückläufige Schmerzen bei fortgeschrittener Gelenkversteifung, verbunden mit Muskelschwund und deutlicher Kraftminderung gekennzeichnet. Die Haut ist trocken, atrophisch und wachsartig. 

Sudeck Krankheit - Therapie:

Die Therapie der Sudeck Krankheit ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und entsprechend der Schmerztoleranz und Medikamentenverträglichkeit individuell abzustimmen. 

Im Stadium I sind kühle Umschläge, schmerzfreie Lagerung bzw. Ruhigstellung des betroffenen Gelenkes, spezielle absteigende Bäder an der gegenseitigen Extremität, Muskeltraining innerhalb der Schmerzgrenze und ggf. vorsichtige Massagen, inklusive Lymphdrainage, zu verordnen.

An medikamentöser Therapie stehen Präparate verschiedenster Substanzgruppen – wie Calcitonin (Hemmung des Knochenabbaus), Schmerzmittel, Betablocker (Blutdrucksenker), Bisphosphonate (knochenabbauhemmend), Cortison und nichtsteroidale Antirheumatika (zur Entzündungshemmung), Antidepressiva und ggf. eine Sympathikusblockade (Ausschaltung eines Teils des vegetativen Nervensystems durch eine gezielte Injektion eines Lokalanästhetikums) – zur Auswahl. 

Im Stadium II finden milde Wärme, spezielle aufsteigende Bäder an der gegenseitigen Extremität, Elektrotherapie, Bindegewebsmassagen und zunehmend aktive Belastung, unterstützt durch die medikamentöse Therapie in Form durchblutungsfördernder Mittel, sogenannter Antiepileptika und spezieller Medikamente gegen Nervenschmerzen (wie z. B. Neurontin oder Lyrica), Einsatz. 

Während der Behandlung im Stadium III steht die Erhaltung und Kräftigung der vorhandenen Muskulatur im Vordergrund. Hierfür werden spezielles funktionelles Training, ggf. Dehnungen und Lagerungen in Schienen, aktive und passive Mobilisierung, medizinische Trainingstherapie, Massagen zur Lösung von Gewebsverklebungen sowie Elektrotherapie, Bäder und Fangopackungen zur Durchblutungsförderung verordnet.

Die unterstützende medikamentöse Therapie besteht in dieser Phase aus Schmerzmitteln, Antidepressiva, Neuroleptika und ggf. durchblutungsfördernden Medikamenten. 

Zur Therapie der Sudeckschen Dystrophie gehört ein Konzept fachübergreifender Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen (Ärzte, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Psychologen) und enge Absprache mit dem Betroffenen.

Bei Erkennen der Erkrankung sollte die Therapie zeitnah und stadiengerecht beginnen, um die Funktionseinbußen so gering wie möglich zu halten. 

Vereinzelte und nur sporadisch angebotene Therapiemaßnahmen helfen unzureichend. Deshalb stellt das komplexe regionale Schmerzsyndrom (Sudeck Krankheit) die Indikation für multimodale Schmerz- und Funktionsbehandlung im Sinne der stationären Rehabilitation, so auch in der Klinik Hoher Meißner, dar.

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Dr. med. V. Stück
- Ltd. Oberarzt Orthopädische Abteilung -

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Aktualisiert: Juni 2010

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